****** „Es gibt einen Superstar und keiner kennt ihn.“ Mit diesem Satz könnte man Billy Joels Karriere Mitte der 70er Jahre umschreiben. Er machte exzellente Musik und ihm eilte der Ruf voraus ein toller Livemusiker zu sein, doch trotz einiger Achtungserfolge wollte ihm der ganz große Durchbruch nicht gelingen. Daran änderte auch sein drittes, Ende 1974 erschienenes Album „Streetlife Serenade“ und der Achtungserfolg der Single „The Entertainer“ zur Jahreswende 1974/75 in der amerikanischen Hitparade nichts. Immerhin dürften die Einnahmen aus der LP und der Single ausgereicht haben, die Produktionskosten wieder einzuspielen und für Billy einen bescheidenen Gewinn abzuwerfen. Wie schon bei „Piano Man“ wartet Billy auch auf „Streetlife Serenade“ mit einer Fülle verschiedenster Musikstile auf. Was bei anderen Künstlern aufgrund dieser musikalischen Vielfalt ein diffuses Bild abgegeben hätte, wirkt bei Billy Joel wie aus einem Guß. Ob die leicht pathetisch klingende Ballade „Streetlife Serenader“, das nach amerikanischen Mainstream-Rock klingenden „Los Angelinos“ (ein echter Knüller!) und „Weekend Song“, die Instrumental „Roat Beer Rag“ und „The Mexican Connection“ oder unterschiedliche Balladen „Roberta“, „Last Of The Big Time Spenders“, „Souvenier“ und „The Great Suburban Showdown“ – „Streetlife Serenade“ ist ein Album, das von Anfang bis Ende überzeugt. Gerade in den Balladen zeigt er seine ganze musikalische Vielfalt, die mal Elemente von Blues, dann C&W oder Jazz enthalten. Wer die Musik von Billy Joel mag, der wird dieses Album lieben. Meines Erachtens ist „Streetlife Serenade“ neben „Cold Spring Harbor“, dem Billy Joel Debüt aus dem Jahre 1972, sein bestes Werk überhaupt. |